Bits & Bäume 2022 Rückblick

Ein unvollständiger Konferenzbericht

Die Bits & Bäume 2022 in Berlin ist vorbei. Was hat sie gebracht? Welche Erkenntnisse nehmen wir mit nach Hause?

Der Hostsharing Hain auf der Bits & Bäume Konferenz

Es ist nicht einfach, kurz nach der Bits & Bäume Konferenz schon ein Fazit zu ziehen. Aber wir wollen es versuchen.

Der Hostsharing Hain – eine tragfähige Idee

Hostsharing war zeitweise mit acht Personen vor Ort. Wir danken unseren Mitgliedern Stefan Hackenthal, Jan-Peter Homann, Thomas Naujokat, Tobias Klonk und Timotheus Pokorra für ihren ehrenamtlichen Einsatz in unserem Hostsharing Hain. Vom Team waren Martin Weigele, Estelle Goebel-Aribaud und Jan Ulrich Hasecke anwesend. Die Idee, den Informationsstand zu nutzen, um Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, ihr Unternehmen und ihre Lösungen vorzustellen, konnte überzeugen. Wir haben uns verabredet, das Standkonzept gemeinsam weiter zu entwickeln. Wir werden dazu in den nächsten Wochen eine Videokonferenz anberaumen und den Termin im Kalender mitteilen.

Die Präsenz von Mitgliedern wollen wir aber nicht nur auf Events verbessern, sondern auch auf unserer Website. Wie das geschehen soll, wollen wir noch in diesem Jahr klären.

Thomas (rechts neben Martin) stellte seine verschlüsselten Lösungen »kalendaro«, »kumppani« und »konttori« vor.
Timotheus präsentierte seine SaaS-Lösung »Solide Vereine«.

Projekte isoliert im Mathegebäude

Als nicht sehr glücklich empfanden wir die räumliche Trennung des Vortragsprogramms vom Forum, in dem sich die Projekte und damit auch unser Hostsharing Hain befanden. Der größte Teil der Vorträge fand im Hauptgebäude statt, dessen Innenhof diesmal völlig verwaist war. Bei der ersten Bits & Bäume war der Innenhof mit den Projekten ein zentraler Treffpunkt für alle Teilnehmer, den sie ständig auf dem Weg zum nächsten Vortrag durchquerten. Damit kamen sie dann auch immer wieder an den Projekten vorbei. Diesmal waren die Stände im Mathegebäude untergebracht, auf der anderen Seite der Straße des 17. Junis. Von den 2.500 Besuchern merkte man im Mathegebäude deshalb wenig.

Genossenschaft im Trend

Diverse Talks beschäftigten sich explizit mit genossenschaftlichen Lösungsansätzen für eine nachhaltige Digitalisierung. In anderen Talks wurden genossenschaftliche Lösungen erwähnt. Genossenschaft liegt als sozioökonomische Alternative zu den US-Oligopolen und renditeorientierten Unternehmen in Europa im Trend. Die Bereitschaft für Lösungen unter eigener, gemeinschaftlich-genossenschaftlicher Kontrolle zu zahlen, nimmt zu, nachdem mehr und mehr Organisationen erkennen, dass sie sich von US-Konzernen abhängig machen, wenn sie deren »kostenlose« Lockangebote nutzen oder wenn sie sich durch Gewohnheit und die schiere Marktmarkt von den Big Playern in dubiose Cloudlösungen (hörte ich Outlook) zwängen lassen. Die Erkenntnis, dass wir nur dann eine eigene IT-Infrastruktur nach unseren Regeln bekommen, wenn wir sie auch mit finanziellem Einsatz selbst aufbauen, ist zumindest bei den Teilnehmern der Bits & Bäume angekommen. Ob die Erkenntnis auch bis zu den Ohren der Entscheider vordringt, muss sich zeigen.

Vortrag: Das Dreieck digitaler Nachhaltigkeit

Jan Ulrich hielt einen Vortrag über Nachhaltigkeit und genossenschaftliche Eigentumsverhältnisse.

Podiumsdiskussion: Büro ohne GAFAM?

Estelle nahm an einer Podiumsdiskussion über Alternativen zu GAFAM teil.

Weitere Aufzeichnungen von Vorträgen finden sich auf der Website der Bits & Bäume.

Ausklang mit Musik und Lightshow

Nach zwei Tagen mit ungezählten Vorträgen und Diskussionen ging die Bits & Bäume mit Musik und Lightshow zu Ende.

von Jan Ulrich Hasecke – erschienen am 02.10.2022 – Genossenschaft, Technik, Events