Alternativen zu Jira, Confluence und Bitbucket

von Jan Ulrich Hasecke – erschienen am 04.12.2020 – Tools

Atlassian stellt ab 2021 den Verkauf von Serverlizenzen ein. Anwender müssen entweder in die Atlassian-Cloud wechseln oder extrem teure Datacenter-Lizenzen erwerben. Viele Kunden suchen deshalb nach Alternativen. Diese gibt es glücklicherweise reichlich. Wer aber seine Daten aus den proprietären Anwendungen befreien will, steht vor einer Herausforderung. Langfristig lohnt sich aber der Aufwand, denn nur freie Software bietet auf Dauer digitale Souveränität. Die Hostsharing eG berät ihre Mitglieder beim Umstieg.

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Die Nachricht, dass nun auch Atlassian seine Kunden in die eigene Cloud zwingen will, überraschte niemanden. Zu offensichtlich ist seit einigen Jahren die Strategie der großen, amerikanischen IT-Konzerne, ihre Kunden in die Cloud zu sperren, um sie in völliger Abhängigkeit zu halten. Google hat nie etwas anderes gemacht. Der IT-Gigant aus Redmond zog mit Microsoft 365 nach. Amazon stellt für den totalen Cloud Lock-in Infrastruktur und fertige Komponenten für Programmierer bereit. Und nun will also auch Atlassian seine Kunden einzäunen.

Das Unternehmen stellt ab dem 2. Februar 2021 den Verkauf von Serverlizenzen ein, mit denen viele kleine und mittelständische Unternehmen Jira, Confluence und Bitbucket auf eigenen Servern betrieben haben. Wer aktuell eine Lizenz besitzt, hat noch eine Gnadenfrist bis 2024, dann endet der Support für Serverlizenzen. Große Konzerne, die weiterhin on premise betreiben wollen, können dann nur noch sogenannte Datacenter-Lizenzen erwerben, die extrem teuer sind. So kostet etwa eine neue Jira-Datacenter-Lizenz für 1–500 Nutzer jährlich 42.000 US-Dollar, wie Heise schreibt.

Kleine und mittelständische Unternehmen sollen in die Cloud von Atlassian wechseln und ihre wertvollen Unternehmensdaten einem britisch-australischen Konzern überlassen. Ob die Kunden von Atlassian, die die Software bisher DSGVO-konform zu überschaubaren Lizenzkosten auf eigenen Servern betrieben haben, dies künftig irgendwo in der Cloud auf Servern tun möchten, die von einem fremden Unternehmen kontrolliert werden, darf bezweifelt werden. Proprietäre Software hat sich wieder einmal als eine Falle erwiesen, die man auch noch selbst bezahlt.

Die Hostsharing eG empfiehlt ihren Mitgliedern deshalb grundsätzlich immer freie Software einzusetzen. Glücklicherweise stehen diverse Open-Source-Lösungen zur Verfügung, sodass man nicht auf Produkte von Atlassian angewiesen ist.

In unserer Artikelserie über Home Office Tools haben wir unter anderem die Alternativen Trac, Roundup, OTRS, Taiga, Redmine und OpenProject in einem Artikel über Projektmanagement-Tools vorgestellt. Als Ersatz für die Code-Verwaltung Bitbucket kommt die Open-Source-Lösung Gitea in Frage. Die Wiki-Funktionalität von Confluence kann problemlos von einer der vielen Wiki-Anwendungen übernommen werden, die es im Open-Source-Bereich gibt.

Mitglieder von Hostsharing, die Atlassian-Produkte einsetzen, sollten rechtzeitig vor dem Ablauf der Gnadenfrist, auf freie Software umgestellt haben. Hostsharing unterstützt sie dabei durch eine individuelle Beratung bei der Auswahl der richtigen Werkzeuge und durch eine tatkräftige Unterstützung bei der Befreiung ihrer Daten.

»Bei der Vielzahl an Open-Source-Lösungen, die im Bereich Projektmanagement, Issue-Tracking und Code-Hosting zur Verfügung stehen, ist die Auswahl des richtigen Werkzeugs nicht immer ganz einfach«, berichtet Michael Hierweck, »unsere Mitglieder können deshalb unseren Webmaster on Demand mit der Evaluierung von Software beauftragen, sodass sie auf Basis einer guten Beratung die richtigen Tools für ihren speziellen Anwendungsfall zusammenstellen können.« Noch wichtiger dürfte aber die Hilfe der Genossenschaft bei der Migration von Daten sein. »Wer seine Daten aus proprietären Lösungen wie Jira, Confluence oder Bitbucket befreien möchte, steht vor einer Herausforderung, die er als Mitglied der Genossenschaft aber nicht allein lösen muss. Unser Technikteam steht bereit, um unsere Mitglieder bei der Migration tatkräftig zu unterstützen« stellt Michael Hierweck in Aussicht.