Chemnitzer Linux-Tage: Genossenschaft? Ja klar!

von Jan Ulrich Hasecke – erschienen am 19.03.2019 – Chemnitzer Linux-Tage, Konferenz

Ob es am großen Raiffeisen-Jubiläum im letzten Jahr lag oder am wachsenden Interesse an Genossenschaften, ist schwer zu entscheiden, aber auf den Chemnitzer Linux-Tagen musste das Hostsharing-Team den Besuchern den demokratischen Aufbau von Genossenschaften und ihre vielen Vorteile nicht mehr umfassend erklären. So blieb viel Zeit, um über konkrete Lösungen zu sprechen, wie zum Beispiel Nextcloud mit Collabora.

Nextcloud mit Collabora

Auf den Chemnitzer Linux-Tagen zeigte Hostsharing wie man Nextcloud in Kombination mit der Online-Office-Lösung Collabora auf seiner Managed Operations Platform nutzen kann. Die Lösung ist hybrid konzipiert. Collabora wird von Hostsharing zentral gemanagt, während Nextcloud in den Webpaketen der Mitglieder installiert werden kann. Dadurch bleiben Mandantenfähigkeit und Flexibilität gewahrt, während gleichzeitig die Office-Funktionalität genutzt werden kann.

Der Informationsstand von Hostsharing

»Aus dem Kreis unserer Mitglieder wurden wir auf Nextcloud und Collabora angesprochen«, erklärt Martin Weigele aus dem Vorstand der Hostsharing eG. »Wir konnten im Rahmen eines Sprints klären, wie wir unseren Mitgliedern am besten eine Office-Cloud zur Verfügung stellen können. Wir haben dabei eine Lösung gefunden, durch die unsere Mitglieder nicht an Nextcloud gebunden sind. Sie können Collabora auch aus anderen Cloudsystemen heraus nutzen. So unterstützt unsere Lösung beispielsweise auch Seafile.«

Maschinelles Entscheiden

Michael Hierweck von Hostsharing
Das Motto der Chemnitzer Linux-Tage lautete »Natürlich intelligent«. Ein Teil der Vorträge beschäftigte sich deshalb mit Fragen der künstlichen Intelligenz. So auch der Vortrag von Michael Hierweck, in dem es um maschinelles Entscheiden ging. Menschliches Denken nutzt Regeln und Ausnahmen. Wie kann dies maschinell realisiert werden? Obwohl der Vortrag recht anspruchsvoll war und Grundkenntnisse in Mengenlehre und Beschreibungslogik voraussetzte, war er sehr gut besucht. Auf der CLT-Website ist ein Kurzpaper sowie ein Audio-Mitschnitt des Vortrags im MP3- und OGG-Format vorhanden.

Kleines Vernetzungstreffen

Estelle, Martin und Michael bei einer Pause am Stand

Wenige Tage vor den Linux-Tagen stellten die Organisatoren Hostsharing einen Raum für ein spontanes Vernetzungstreffen zur Verfügung. Hostsharing wollte mit dem Treffen an die Erfahrungen von der FrOSCon 2018 anknüpfen, wo ein Barcamp zum Thema Infrastruktur in Nutzerhand stattfand. Das Treffen sollte Initiativen, die IT-Infrastruktur gemeinschaftlich betreiben, besser zu vernetzen. Da aber mehrere interessierte Teilnehmer nicht nach Chemnitz kommen konnten, war der Teilnehmerkreis klein, sodass dass Treffen am Hostsharing-Stand stattfand und der Raum nicht benötigt wurde. Trotzdem geht ein großes Dankeschön an die Organisatoren für ihre Hilfsbereitschaft und Flexibilität.

Kaum Pausen am Stand

Estelle, Martin und Michael bei einer Pause am Stand

Estelle, Martin und Michael, die den Stand betreuten, fanden während der Chemnitzer Linuxtage selten eine ruhige Minute. Das Interesse der Teilnehmer an genossenschaftlichen Hostinglösungen war groß. Im Gegensatz zu früheren Treffen in der Open-Source-Community hatten die Teilnehmer eine gute Vorstellung von den Vorteilen einer Genossenschaft. Ob sich viele bereits im Vorfeld über Hostsharing informiert hatten oder das Raiffeisen-Jubiläum im letzten Jahr dafür gesorgt hat, dass das Thema Genossenschaften wieder stärker ins Bewusstsein rückte – wer kann das schon entscheiden. Deshalb drehten sich die Gespräche vor allem um die Vorteile der Managed Operations Plattform. Teilnehmer, die einen Wechel zu Hostsharing ins Auge fassen, interessierten sich vor allem für die Unterstützung bei der Migration ihrer Anwendungen und andere Serviceleistungen wie zum Beispiel den Webmaster on Demand.

Lang erholen konnte sich das Hostsharing-Team nach den anstrengenden Linux-Tagen nicht, denn in der Woche danach ging es gleich weiter nach Osnabrück zum Jahreskongress von nachhaltig.digital.

(Fotos: Christof Thalhofer)