Teilnahme an Veranstaltung zu genossenschaftlich organisierten Internetplattformen

erschienen am 21.10.2017 — Genossenschaft, Plattform, Plattformökonomie

Die Hostsharing eG nahm auf Einladung des Bundesvereins zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V. an einer Veranstaltung zu genossenschaftlich organisierten Internetplattformen teil.

Auf Einladung des Bundesvereins zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V. nahmen Dr. Martin Weigele und Michael Hierweck an der »Veranstaltung zu genossenschaftlich organisierten Internetplattformen« in der Berliner WeiberWirtschaft teil.

Im Vortragsprogramm informierten sich die beiden Vorstände über aktuelle Sichtweisen der Betriebswirtschaftslehre zum Thema Plattformökonomie. Differenziert wurde nach zentralen und dezentralen Systemen, nach der Frage der Kontrolle über die Plattform und insbesondere nach der Kontrolle über die Daten. Thematisiert wurde auch die Verschmelzung der Anbieter (Provider) und Nutzer (Consumer) zu Prosumenten. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach der Verantwortlichkeit, des Verbraucherschutzes, nach Implikationen auf dem Arbeitsmarkt und nach der sozialen Absicherung der selbstständigen Anbieter.

Bemerkenswert ist, dass Hostsharing das Konzept der gemeinsamen Plattform und der Einheit von Nutzern und Machern seit der Gründung verfolgt. Das gelingt, ohne dass Risiken auf die Nutzer oder die einzelnen Mitwirkenden abgewälzt werden.

Ferner wurden im Vortragsprogramm Beispiele für digitale und nicht digitale Plattformen vorgestellt. Im praxisorientierten Teil stellten Vertreter verschiedener Genossenschaften ihre Konzepte vor und äußerten sich erfreulich offen über die großen Herausforderungen.

Der Erfolg von Plattformen, die sich durch Schnittstellen und Protokolle auszeichnen, hängt von einer schnellen Marktdurchdringung ab. Erfolgsfaktor ist das schnelle Erreichen einer kritischen Masse. Darüber besteht unter den Anwesenden Konsens, das zeigte auch die lebhafte Diskussion. Genossenschaften finanzieren sich durch ihre Mitglieder und Nutzer, nicht durch Risikokapitalgeber. Das stellt Genossenschaften vor große Herausforderungen, weil jene im Vergleich zu diesen meist über geringere finanzielle Möglichkeiten verfügen. Genossenschaften sind der wirtschaftlichen Förderung ihrer Mitglieder verpflichtet. Diese ziehen ihre Vorteile häufig in Form von nicht-finanziellen Leistungen, etwa durch die Nutzung einer von der Genossenschaft betriebenen Plattform.

In der Diskussionsphase konnten die Vertreter Hostsharings erläutern, welche Strategien sie beim Wachstum aus eigener Kraft verfolgen, und aus den Erfahrungen der vergangenen 17 Jahre berichten. Diese haben nach Auffassung von Hostsharing gezeigt, dass nachhaltiger Erfolg der Geschäftstätigkeit nicht ohne kostendeckende Preise und Bezahlung der Aktiven möglich ist. Rein ehrenamtliches Engagement, so gut und wichtig es ist, stößt beim doch sehr fordernden Betrieb von IT-Plattformen 24 Stunden 7 Tage die Woche an seine Grenzen, wenn es über lange Zeiträume aufrecht erhalten werden muss. Auch stehen Fördermittel allenfalls für eine Anschubphase zur Verfügung. Eine Alternative, die ebenfalls angesprochen wurde, sind neben Genossenschaften auch öffentlich-rechtliche Formen, die allerdings nicht dem gerade - noch - herrschenden Zeitgeist entsprechen.

Das Thema der Finanzierung von Plattform-Genossenschaften in der Post-Startup-Phase wird auch weiterhin viel Potential zum Austausch bieten.

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