Souveräne Digitalität
24.04.2026
Seit dem Machtantritt von Trump in den USA ist digitale Souveränität kein Nischenthema mehr. Es ist eine Frage des wirtschaftlichen Überlebens geworden. IT-Verantwortliche aus Unternehmen und Organisationen müssen umdenken. Das Interesse an selbstbestimmten IT-Lösungen, realisiert mit freier und quelloffener Software hat zugenommen. Das war auch auf den Chemnitzer Linuxtagen zu spüren, deren Motto in diesem Jahr schlicht und einfach “Souveräne Digitalität” hieß.
3800 Besucher strömten an den beiden Tagen durch das Hörsaalgebäude der TU Chemnitz. Entsprechend groß war das Interesse an den genossenschaftlichen IT-Lösungen der Hostsharing eG, die ihre neue Verwaltungssoftware HSAdmin NG vorstellte.
Der Informationsstand der IT-Genossenschaft wurde in diesem Jahr von vier Personen betreut. Außerdem kam zwischendurch immer wieder das langjährige Hostsharing-Mitglied Christof Thalhofer an den Stand und unterstützte das Team. Dadurch gab es Zeit, um abwechselnd dem Vortragsprogramm zu folgen, das viele Themen bereithielt, mit denen sich auch gerade die Genossenschaft beschäftigt.
Peter Hormanns hielt einen Vortrag über die digitale Kollaboration in informellen Gruppen und Vereinen, in dem er zwei unterschiedliche Ansätze gegenüberstellte. Eingetragene Vereine mit eigener Rechtspersönlichkeit möchten, wie andere Organisationen und Unternehmen auch, in der Regel die Zusammenarbeit durch ein Identitäts- und Zugangsmanagement sicher koordinieren. Für solche Anwendungszwecke stehen diverse Lösungen basierend auf freier und offener Software zur Verfügung, die man bei Hostsharing betreiben kann.
Informelle Gruppen können dagegen nicht auf eine eigene Infrastruktur mit Identitäts- und Zugriffsmanagement zugreifen, sodass dann häufig Tools zum Einsatz kommen, die vor dem Hintergrund von Datensouveränität und Datenschutz alles andere als empfehlenswert sind. Doch auch für solche Einsatzszenarien gibt es mittlerweile Lösungen wie zum Beispiel Delta Chat, die Bequemlichkeit und Datenschutz unter einen Hut bringen.
Das Team am Stand freute sich über viele interessierte Besucher, die sich über das Angebot von Hostsharing informieren wollten.
Im Zentrum unserer Präsentation standen HSAdmin NG und das mandantenfähige Identitätsmanagement, das wir zurzeit aufbauen.
Das System wird den Mitgliedern der Genossenschaft und ihren Kunden die genossenschaftsweite Identifikation und Authentifizierung an genossenschaftlichen Diensten und selbst gehosteten Anwendungen über eine einheitliche Hostsharing ID ermöglichen. Das wird vielen Mitgliedern den Betrieb eines eigenen OpenID Connect Providers ersparen. Dank der Mandantenfähigkeit des Systems können selbstgehostete Anwendungen ohne großen eigenen Aufwand mit einer zentralen Benutzerverwaltung ausgestattet werden. Außerdem sollen bestehende Identity Provider wie Keycloak, Samba oder EntraID an das System von Hostsharing angeschlossen werden können, sodass eine doppelte Benutzerverwaltung unnötig wird.