Strategietreffen: Halbzeitbilanz Businessplan

Im Frühjahr 2020 hat die Hostsharing eG einen Businessplan bis 2025 verabschiedet. Auf ihrem ersten Strategietreffen im Jahr 2022 zog sie nun Halbzeitbilanz.

Vor knapp zwei Jahren verabschiedete die Hostsharing eG auf ihrem letzten Strategietreffen im Unperfekthaus in Essen einen Businessplan für die Jahre 2020 – 2025. Danach fanden die Strategietreffen wegen Corona nur noch online statt.

Auf ihrem ersten Strategietreffen im Jahr 2022 konnte die Hosting-Genossenschaft eine erfreuliche Halbzeitbilanz ziehen. Die selbstgesteckten Umsatzziele wurden deutlich übertroffen, da die Genossenschaft schneller wuchs als geplant.

Das Treffen war gut besucht. Anwesend waren neben den Vorständen Michael Hierweck und Martin Weigele der Aufsichtsrat Simon Berg und fast alle Mitarbeiter der Genossenschaft. Leider konnten drei Kollegen nicht am Strategietreffen teilnehmen. Außerdem waren drei Mitglieder dabei.

Jupyter-Notebooks für Reporting und Controlling

Im Herbst letzten Jahres bildete sich unter Leitung des Aufsichtsrats Simon Berg ein sechsköpfiges Team, das die Zwischenbilanz erstellte und für die kommenden zweieinhalb Jahre neue Ziele festlegte.

Um die Geschäftsentwicklung jenseits der üblichen betriebswirtschaftlichen Auswertungen besser beurteilen zu können, entwickelte das Team ein Reporting- und Controlling-Tool auf Basis von Jupyter-Notebooks. Das neue Reporting ermöglichte dem Team eine differenzierte Sicht auf die Geschäftstätigkeit.

Bisher werden alle Umsätze erfasst. Zukünftig soll auch die Kostenseite in Juypter ausgewertet werden. Mit Hilfe der aufbereiteten und visualisierten Daten erstellte das Team eine Zwischenbilanz und gab Empfehlungen für neue Zielvorgaben und Maßnahmen. Dabei legte das Team – bei aller Freude über das glänzende Geschäftsjahr 2021 – den Fokus auf Bereiche mit Verbesserungspotenzial.

Jan Ulrich Hasecke stellte am Anfang des Strategietreffens die Ergebnisse des Teams vor. In der anschließenden Diskussion konnte ein Konsens hinsichtlich der angestrebten Verbesserungsmaßnahmen erzielt werden.

SLA mit 2h Reaktionszeit voraussichtlich ab 1.4.

So wurde beschlossen, voraussichtlich zum 1.4.2022 einen höherwertigen SLA einzuführen: den Hostsharing Extended Support 24/7 mit zwei Stunden Reaktionszeit. SLA mit kürzeren Reaktionszeiten als bisher wurden von Mitgliedern, die unternehmenskritische Anwendungen betreiben, bereits angefragt. Hierzu gehören vor allem Betreiber von SaaS-Lösungen und Reseller, die Software für anspruchsvolle Kunden auf der Hostsharing-Plattform betreiben. Details zu dem neuen SLA werden im Technik-Team in den nächsten Wochen abgestimmt.

Besseres Projektmanagement für Mitgliederaufträge

Consulting- und Entwicklungsleistungen seitens der Genossenschaft, die bisher als Webmaster-Leistungen erbracht wurden, sollen zukünftig als Projekte geführt werden.

Der Webmaster on Demand ist gedacht für kleine und überschaubare Tätigkeiten wie die Installation oder Aktualisierung von Standard-Open-Source-Software. Die Hostmaster können für solche Tätigkeiten den Aufwand vor der Beauftragung gut abschätzen. Stellt sich bei der Bearbeitung heraus, dass der Aufwand erheblich abweichen wird, informieren die Hostmaster das Mitglied darüber. Grundsätzlich werden die Webmaster-Dienste nach Aufwand abgerechnet. Geht es schneller, wird auch nur die geleistete Zeit in Rechnung gestellt.

Alle Leistungen, die einen organisatorischen Overhead durch Absprachen, Meetings oder Festpreisangebote erzeugen, werden zukünftig als Projekte mit einem gesonderten Stundensatz geführt. Zur Verbesserung der Abstimmung zwischen Technik und Mitglied wird die Projektmanagementsoftware Taiga eingesetzt. Jedes Projekt erhält ein eigenes Board, zu dem auch das jeweilige Mitglied Zugang hat.

Technische Verbesserungen: Rootless Container und Managed Webspace mit RAM-Ressourcen

Neben diesen organisatorischen Verbesserungen plant Hostsharing auch technische Neuheiten. So wird Hostsharing mit dem Wechsel auf das neue Debian-Release Rootless Container im Managed-Bereich anbieten. Auf Cloud Servern ist dies bereits heute möglich.

Außerdem wurden im Team Möglichkeiten diskutiert, den Daemon-Zuschlag beim Managed Webspace durch dedizierte RAM-Zuteilung zu ersetzen. Der Betrieb von Serverdiensten soll dadurch kostengerechter werden. Serverdienste, die nur wenig RAM belegen, würden im Betrieb günstiger; Dienste mit mehr RAM-Hunger entsprechend teurer.

Mitglieder empfehlen Hostsharing

Nach der Mittagspause diskutierten die Anwesenden Möglichkeiten zur Effizenzsteigerung sowie Marketing- und Vertriebsmaßnahmen.

Die Hälfte des Umsatzwachstums im letzten Jahr verdankt die Genossenschaft Empfehlungen ihrer Mitglieder. Das ist sehr erfreulich, zeigt es doch die große Zufriedenheit mit den Leistungen unserer Genossenschaft.

Dieses Grundvertrauen wollen wir weiter ausbauen. Wir möchten die interne Kommunikation verbessern und die Zusammenarbeit der Mitglieder untereinander fördern. Auf dem Strategietreffen wurden dazu erste Ideen gesammelt.

von Jan Ulrich Hasecke – erschienen am 08.03.2022 – Team, Genossenschaft