Voller Stiefel zu Nikolaus

Am Nikolaustag des Jahres 2000, heute vor genau 20 Jahren, wurde die Hostsharing eG gegründet. Kaum einer der Gründer von damals hätte es sich träumen lassen, dass die Genossenschaft einmal ihr 20-jähriges Jubiläum würde feiern können. Jetzt ist es soweit und zur Feier des Tages wollen wir einmal nachschauen, was wir heute in unseren Stiefeln finden.

Das Jubiläumsjahr geht fulminant zu Ende.

Die Nikolaus-Stiefel der Hostsharing eG sind prall gefüllt. Über 410 Geschäftsanteile wurden in diesem Jahr neu gezeichnet. Ein Großteil davon wurde von Mitgliedern gezeichnet, die teilweise schon seit Jahren dabei sind und unserem Aufruf folgten, die Eigenkapitalquote der Genossenschaft durch Zeichung freiwilliger Anteile zu erhöhen. Gestärkt durch dieses Vertrauen unserer Mitglieder konnten wir in diesem Jahr mit der Modernisierung unserer Infrastruktur eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft vornehmen.

Massiv mehr Leistung zum gleichen Preis

Der Umzug ins neue Rechenzentrum konnte im Jubiläumsjahr erfolgreich abgeschlossen werden. Der Transfer aller VMs von der alten auf die neue Hardware erfolgte Mitte November in den Nachtstunden und ging mit wenigen Minuten Downtime problemlos über die Bühne. Die Mitglieder wachten morgens auf und hatten, wie es ein Genosse ausdrückte, »gefühlt plötzlich die fünffache Performance«. Im neuen Rechenzentrum bietet die Hostsharing eG ihren Mitgliedern massiv mehr Leistung zum selben Preis:

  • CPU: Doppelt so schnell
  • Storage: 5x schneller (schreibend)
  • Netzwerk: mit bis zu 25-facher Bandbreite

Neues Rechenzentrum der Spitzenklasse

Der Umzug von einem guten Rechenzentrum der Mittelklasse in ein Multi-Tier Data Center der Spitzenklasse hat nicht nur, nach wochenlanger Vorbereitung, reibungslos mit wenigen Minuten Downtime funktioniert, er bringt den Mitgliedern auch eine Reihe von wichtigen Vorteilen. Das neue Rechenzentrum ist nicht nur in verschiedener Hinsicht zertifiziert (ISO 9001, ISO 27001, ISO 50001, TÜV-Süd zertifizierter Strom aus erneuerbaren Energiequellen), es setzt auch alle technischen und organisatorischen Maßnahmen sehr viel professioneller um als unser altes Rechenzentrum.

So ist die technische Leitstelle rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche (24x7) besetzt, sodass bei Störfällen technisch versiertes Personal sofort vor Ort ist, um einzugreifen. Die Stromversorgung ist mit einem 2N UPS-System sowie einem N+1 Generator-Backup mehrfach redundant ausgelegt. Ebenfalls redundant arbeitet das Kühlsystem. Doch nicht nur für technische Sicherheit ist im neuen Rechenzentrum gesorgt. Das neue Rechenzentrum wird rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche bewacht, sodass unbefugtes Eindringen so gut wie ausgeschlossen ist.

Das Rechenzentrum ist an die großen Carrier-Hubs und Cloud-Netzwerke sowie an den Berliner Internetknoten BCIX angeschlossen. Als Teil eines globalen Netzwerks aus rund 160 Data Centers in mehr als 20 Ländern bietet uns das neue Rechenzentrum sogar die Option, georedundante Lösungen für unsere Mitglieder zu realisieren.

Neue NVMe SSDs schreiben fünfmal schneller

Alle Mitglieder von Hostsharing nutzen seit dem Umzug superschnelle SSDs mit NVMe-Schnittstelle im striped mirror (ähnlich RAID 10) mit Replikation auf einen Standby-Server. Trotz Virtualisierung und Replikation konnten wir die Schreibleistung im Vergleich zum alten Storage um den Faktor 5 steigern. Das wirkt sich vor allem massiv auf Datenbank-Anwendungen aus, die nun sehr viel schneller und flüssiger arbeiten.

Darüber hinaus sind alle Server mit 3,5" SAS Festplatten ausgestattet, mit denen unsere Mitglieder preisgünstige Massenspeicherlösungen realisieren können. Entsprechende Angebote befinden sich in Vorbereitung.

Superschnelle Prozessoren

Die neue Hardware ist mit modernsten Prozessoren ausgestattet, die mit 3,2 GHz getaktet sind (Boost 3,70 GHz) und jeweils 24 Kerne besitzen, sodass je Server 96 CPU-Threads zur Verfügung stehen. Die Single-Thread-Leistung steigt laut CPU-Benchmarks von 1091 auf 2376 Punkte. Rechenintensive Anwendungen werden dadurch – ohne Aufpreis – für unsere Mitglieder deutlich schneller.

Fabric-Netz mit 25 GBit/s Bandbreite

Die Bandbreite unseres Fabric-Netzes steigt von 1 bzw. 10 GBit/s auf 25 GBit/s. Es verbindet redundant und mit hoher Bandbreite unsere Hosts, die Switches und die Router. Auf dem Fabric-Netz realisieren wir flexibel logische Netzwerke für Uplink, Crosslinks, Kundennetze und Replikation. Der Kern des Fabric-Netzes bilden unsere Top-of-Racks Switches; untereinander sind sie mit einer Bandbreite von 2x 100 GBit/s verbunden. Die Host-Anbindung steigt von 2x 1 bzw. 10 GBit/s auf 2x 25 GBit/s. Die Router sind mit 2x 40 GBit/s an die Switches angebunden. Von diesen Routern bestehen jeweils zahlreiche Anbindungen über mehrere Carrier an verschiedene Internetknoten.

Mehr Leistung. Gleicher Preis. Für alle.

Die neue Hardware und das neue Rechenzentrum bringt unseren Mitgliedern massiv mehr Leistung zum gleichen Preis wie bisher. Die neue IT-Infrastruktur versetzt unsere Genossenschaft in der Lage, zukünftig sehr viel höhere Ansprüche an Performance und Sicherheit zu erfüllen. Wir sind damit gut gerüstet, das starke Wachstum noch besser zu bewältigen und auch sehr anspruchsvollen Unternehmen und Organisationen zu mehr digitaler Souveränität, digitaler Nachhaltigkeit und digitaler Exzellenz zu verhelfen.

Der nächste Erweiterungsschritt steht unmittelbar bevor

Wir haben in diesem Jahr mehr neue Mitglieder gewonnen als geplant. Unser Umsatz stieg kräftig, sodass die neue Hardware schon größtenteils ausgelastet ist. Wir werden deshalb im neuen Jahr den ursprünglich für 2022 geplanten Kauf einer weiteren Servergruppe vorziehen.

von Jan Ulrich Hasecke – erschienen am 06.12.2020 – Genossenschaft, Hostsharing-2020