Der Hostsharing Stromfilter passt in einen Raspberrypi

Hostsharing nimmt Ökostromfilter in Betrieb

Pünktlich zum zweiten Quartal nimmt die Hostsharing eG in ihren Rechenzentren einen neuen Spamfilter für nicht ökologisch produzierten Strom in Betrieb. Damit möchte die Genossenschaft ihre Server vor Strom schützen, der nicht aus erneuerbaren Quellen erzeugt wurde.

Nach den letzten erfolgreichen Belastungstests auf dem Teamtreffen der Hostsharing eG am Wochenende im Unperfekthaus in Essen knallten endlich die Sektkorken. 12 Monate Entwicklungszeit gingen damit erfolgreich zu Ende. Ab dem zweiten Quartal kann die Hostsharing eG nun technisch garantieren, dass ihre Server ausschließlich mit nachhaltig produziertem Strom betrieben werden.

»Leider befinden sich in unseren Stromnetzen immer noch viele Atom- und Braunkohlekraftwerke, die ihren Strom in unsere Netze schmuggeln. Insbesondere in windstillen Nächten haben diese Kraftwerke ein leichtes Spiel, ihre schmutzigen Elektronen ins Netz zu pumpen«, bedauert das Vorstandsmitglied Michael Hierweck.

Da alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft waren, musste die Hosting-Genossenschaft zur Selbsthilfe greifen. »Um unsere Mitglieder vor verschmutztem Strom zu schützen, haben wir einen Spamfilter entwickelt, der einfach zwischen Steckdose und unsere Server geschaltet wird, und dort alle schmutzigen Elektronen blockiert«, erklärt sein Vorstandskollege Dr. Martin Weigele.

Möglich wurde die technische Innovation, die in einem RaspberryPi Platz findet, durch einen neuartigen Blockchain-Algorithmus, der am Spin erkennen kann, unter welchen Bedingungen ein Elektron erzeugt wurde. Der Elektronen-Spin ist wie eine Signatur. Die Art der Stromerzeugung hinterlässt in den Elektronen einen einzigartigen Fingerabdruck. Daran lässt sich die Herkunft von Strom zweifelsfrei erkennen.

»Wir engagieren uns seit einigen Jahren aktiv in der Nachhaltigkeitsbewegung, sodass uns auch immer wieder Anfragen erreichen, in denen sich ein Interessent danach erkundigt, ob unser Strom auch echter Ökostrom ist. Die Vorstellung, dass man uns gefälschten Ökostrom anbieten könnte, ließ uns nicht ruhen. Vor einem Jahr begannen wir mit der Entwicklung eines Spamfilters für dreckigen Strom aus Braunkohle, Erdgas und Atomkraft«, erläutert Michael Hierweck die Motivation, die zeitaufwändige Entwicklung aufzunehmen.

Obwohl zahlreiche Venture-Capital-Firmen die Vermarktung des Ökostrom-Spamfilters finanzieren wollen, entschied sich die Genossenschaft, ihre Idee als Open-Source-Lösung der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

»Am 1.4. veröffentlichen wir die Bauanleitung und den Quellcode für die Spin-Analyse« sagt Dr. Martin Weigele, »sie kann dann über unser Kontaktformular angefordert werden.«

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