Was tut ein Webmaster on Demand?

von Jan Ulrich Hasecke – erschienen am 23.05.2019 – Team, Service

Seit einem halben Jahr hat Hostsharing einen neuen Mitarbeiter: den Webmaster on Demand. Er springt ein, wenn Hostsharer nicht mehr weiterwissen und Hilfe bei ihren eigenen Webanwendungen benötigen. Wir führten mit ihm ein Interview über sein erstes halbes Jahr bei Hostsharing.

Wie gefällt es dir bei Hostsharing?

Gut. Die Arbeit als Webmaster on Demand ist sehr abwechslungsreich.

Hostsharing bietet eine sichere, redundante Betriebsplattform für professionelle Anwendungen. Sollte man da nicht erwarten, dass die Mitglieder auch technisch versierte Profis sind, die ihre Webanwendungen selbst betreuen können?

Nein, das kann man nicht erwarten. Die Technik ist sehr komplex und nicht jeder kann und will sich in alle Aspekte einarbeiten. Natürlich sind viele Mitglieder Programmierer, die komplexe Anwendungen entwickeln und selbst betreuen. Aber auch ein Programmierer hat mit Hosting wenig am Hut. Und es gibt eine ganze Reihe von Genossinnen und Genossen, die beruflich auf sichere IT-Systeme angewiesen sind, aber nicht jede anfallende Aufgabe selbst lösen können. Und dann springe ich ein.

Über welche Aufgaben reden wir hier? Bei Hostsharing springt doch der Service ein, wenn etwas nicht läuft.

Das ist richtig. Um die Funktionsfähigkeit und Sicherheit der gemanagten Dienste kümmert sich der Service von Hostsharing. Das betrifft zum Beispiel die E-Mail-Infrastruktur, die Webserver, die Datenbankserver MySQL und PostgreSQL, das tägliche Backup und die Pflege des Betriebssystems Debian. Wenn in diesen Systemen eine Störung auftritt, hat der Service sie aufgrund des Monitorings meistens schon bemerkt und behoben, bevor es zu einem Ausfall kommt oder der Nutzer die Störung bemerkt.

Ich komme ins Spiel, wenn ein Mitglied Probleme mit seiner eigenen Anwendung hat oder eine bestimmte Software benötigt, die Installation aber nicht selbst erledigen kann. Die Gründe dafür sind vielfältig. Für einige Hostsharer ist die Installation zu schwierig, andere haben keine Zeit, sich mit der Installation zu beschäftigen.

Der Webmaster on Demand hat also eine ganz andere Zielsetzung als der Service. Er berät das Mitglied bei der Auswahl von Software und der passenden Komponenten. Er installiert auf Wunsch individuelle Software. Er kümmert sich um die Überwachung von Relasezyklen. Er hilft, die Performance von Anwendungen zu optimieren.

Im Laufe der Zeit nimmt die Beratung einen großen Teil der Tätigkeit ein.

Nenn doch mal ein paar Beispiele.

Im Moment ziehe ich gerade für ein Mitglied E-Mail-Postfächer zu Hostsharing um. Im aktuellen Fall ist E-Mail eine zeitlich sehr kritische Funktion. Es dürfen keine E-Mails verloren gehen. Der Umzug muss also detailiert geplant und umgesetzt werden. Hierfür sind in der Regel mehrer Gespräche nötig, bevor es dann an die Umsetzung geht.

Die Migration von Software, zum Beispiel von CMS-Systemen, nimmt ebenfalls einen großen Anteil in der Arbeit ein. Dazu gehört die Analye des Fremdsystems, die Vorbereitung einer Testinstallation bei Hostsharing, um die entsprechenden Funktionen zu testen. Hat der Kunde die Testinstallation abgenommen, wird ein Termin zur Migration des CMS-Systems abgesprochen und das System umgezogen.

Wichtig ist das ausführliche Testen der Funktionen durch den Kunden um etwaige Altlasten des Fremdsystems aufzuspüren. Die Tücke solcher Migrationen liegt im Detail.

Wir ziehen gerade Typo3- und Joomla-Systeme um. Dafür mussten wir separate php-Versionen bereitstellen, um die Migrationen überhaupt durchführen zu können. Die nächste Aufgabe des Webmaster on Demand ist dann ein Update auf eine aktuelle Version vorzubereiten und durchzuführen. In unserem aktuellen Fall liegt die Schwierigkeit darin, über mehrere Versionen zu aktualisieren.

Insgesamt ist die Liste der Programme, Frameworks und Programmiersprachen, mit denen ich zu tun habe, lang und bunt: Wordpress, Typo3, Taiga, Joomla, das Django-CMS Wagtail, Django selbst, Meteor, Rails, Node.js, MongoDB, Redis und vieles mehr.

Wie lang sind deine Einsätze im Durchschnitt?

Das ist sehr unterschiedlich. Die Spanne reicht von 15 Minuten bis zu mehreren Stunden.

Man kann mit dir einen Termin ausmachen oder dich im Notfall zu Hilfe rufen. Gab es denn schon einige Notfalleinsätze mitten in der Nacht?

Ja, die gab es. Notfalleinsätze in der Nacht sind aber die Ausnahme. Meistens vereinbare ich mit dem Mitglied einen Termin.

Das heißt, du bist gar nicht immer der Retter in der Not, der in allerletzter Sekunde erscheint und die Gefahr abwendet.

Ganz und gar nicht. Ich sehe zwar aus wie ein Notarzt, aber im Grunde bin ich für unsere Mitglieder der ausgelagerte Webmaster. Ich helfe unseren Mitgliedern, ihre Ziele zu erreichen.

An 364 Tagen im Jahr brauchen sie keine Hilfe. Aber dann geht plötzlich das Update von Wordpress schief und der Anwender braucht Unterstützung.

Hostsharing Maskottchen sitzen mit am Tisch.

Unsere Mitglieder sind auch nicht gezwungen, die Installation neuer Software vor sich herzuschieben, weil sie in ihrem Alltag keine ruhige Minuten finden, um sich ins Thema einzuarbeiten. Ich kann solche Sachen zügig und kostengünstig erledigen.

Oder ein anderes Beispiel. Wie oft wird in einem Verein oder einem kleinen Unternehmen eine Person ausgeguckt, die fürs Internet zuständig ist. Wenn diese Person ausscheidet oder in Urlaub ist, dann ist plötzlich keiner da, wenn es irgendwo klemmt. Auch für solche Fälle bin ich da.

Punktuelle Einsätze sind das eine. Kann ich dich aber auch im Voraus für eine regelmäßige Betreuung buchen?

Ja, das geht auch. Einige Mitglieder haben größere Migrations- oder Entwicklungsprojekte, bei denen ich immer wieder mit Beratung und tatkräftiger Unterstützung einspringe. In Zukunft können unsere Mitglieder mit mir auch eine Viertel oder Achtel Webmaster-Stelle abdecken. Denn Hostsharing führt gerade ein neues Angebot ein: den Webmaster as a Service. Dann können Hostsharer Komplettleistungen buchen wie zum Beispiel eine individuell konfigurierte Unternehmens-Cloud inklusive Webmaster-Betreuung.

Vielen Dank für das Gespräch.

Gern geschehen.

Die meisten Leser werden es schon geahnt haben. Hinter dem Webmaster on Demand verbirgt sich ein ganzes Team. Wir danken deshalb den On-Demand-Webmastern Christian Günter, Michael Hierweck, Peter Hormanns, und Uwe Müller für dieses Gespräch.